Nachtigallental

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Beschreibung

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Bild: Blick auf das Siebengebirge, 1853 (idealisierte Darstellung aus westl. Perspektive)

Es gibt viele Erklärungen zum Namen des Siebengebirges. Eine davon stellt einen Zusammenhang zwischen der Zahl Sieben und den vielen Bergen her: Das Zahlwort war lange identisch mit einer großen Menge oder Fülle. Redewendungen wie „Ein Buch mit sieben Siegeln“ zeigen das. Schon um 1570 wird die lateinische Bezeichnung „Septem Montes“ urkundlich erwähnt. Die über 40 Bergkuppen am Rhein waren unüberschaubar, also wählte man die Sieben zur Bezeichnung einer zahlenmäßig großen Gruppe.

FLORA UND FAUNA

Bild: Hirschzungenfarn, Wikipedia / Christian Fischer

Dank seiner Waldflächen, Steinbruchhalden und Kerbtäler ist das Siebengebirge ein günstiger Lebensraum für eine artenreiche Flora und Fauna. Darunter finden sich seltene Tierarten wie der Rotmilan oder der Eisvogel, aber auch gefährdete Pflanzen wie der Hirschzungenfarn. Er steht unter Naturschutz und fühlt sich besonders an den feuchten Steilhängen von kalkbödigen Wäldern mit Bäumen wie Eschen, Ahorn und Linden wohl.

Bild: Bronzetafel Europa-Diplom

Seit 1971wird dem Siebengebirge regelmäßig das „Europa-Diplom“ verliehen. Es wird Schutzgebieten verliehen, die wegen ihrer biologischen, geologischen und landschaftlichen Sonderstellung von europäischer Bedeutung sind.

ALTARTISCH UND TRANSPORTWEG

Bild: Altartisch Nachtigallental (wikipedia, Karsten Ratzke)

Im Sommer 1925 fanden in Königswinter „tausendjährige Jubelfeiern des Deutschen Reiches“ statt. Ein Festumzug versammelte sich zum Waldgottesdienst am neuen Altartisch im Nachtigallental. Historisch nicht ganz korrekt erinnerten die damals unter französischer Militärverwaltung stehenden Rheinländer damit daran, dass sich 925 König Heinrich I. die Region einverleibte und seinem Ostfränkischen Reich zuschlug. Erst ganz allmählich bildete sich daraus ein „deutsches Reich“. Tatsächlich ging es den Rheinländern jedoch darum, nach dem verlorenen 1. Weltkrieg einen konfrontativen Patriotismus zur Schau zu stellen. Am Wegkreuz beim Altartisch lässt sich noch heute ein historischer Weg zum Steintransport erkennen.

OFENKAULEN

Bereits im 14. Jahrhundert bauten die Burggrafen vom Drachenfels im Siebengebirge Tuffe als Ofenstein ab. Tuffe finden sich im gesamten Siebengebirge, doch nur an wenigen Stellen wie den sogenannten Ofenkaulen ist die Qualität der Tuffe so homogen und von so hoher Güte, daß Ofenplatten daraus gebrochen werden konnten. Die Ofenkaulen sind ein Stollensystem (Bergbau) rund zwei Kilometer östlich von diesem Standort. Nach ihnen benannt ist der Berg Ofenkaul an der Südseite des Mirbesbachtals gegenüber dem Nonnenstromberg. Trachyttuffe sind homogensierte, verfestigte Aschen welche im Siebengebirge während der Hauptphase des tertiärzeitlichen Vulkanismus vor ca. 23,5 Mio. Jahren gefördert wurden.

Bild: Grubenbild Ofensteinbruch Rings, Quelle: www.klaus-bloemeke.de

Der Abbau erfolgte unter Tage ab Ende des 18. Jahrhunderts in einzelnen Parzellen, die von verschiedenen Besitzern betrieben wurden

Bild: www.kuladig.de/ Klaus Breuer, Bonn-Oberkassel

Heute sind die Ofenkaulen ein eingetragenes Bodendenkmal. Das Betreten ist verboten und aufgrund ungesicherter Abgänge und Einsturzgefahr lebensgefährlich.

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Das Siebengebirgsmuseum zeigt originale Dokumente zur Jahrtausendfeier - darunter auch einen Dokumentarfilm (schwarz-weiß, stumm) zu den Königswinterer Feierlichkeiten im Juni 1925. Siebengebirgsmuseum Königswinter, Kellerstraße 16
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Besuchen Sie die Dauerausstellung zur Geschichte des Naturschutzes in der Vorburg von Schloss Drachenburg. Öffnungszeiten:
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Weitere Informationen zu den Ofenkaulen:
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