Unterhaltungsautomaten

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Beschreibung

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Bild: Der Räderfabrikant Johann Lemmerz (rechts im Bild) zu Besuch in der Automatenwerkstatt seiner Brüder (um 1930)

Vor allem in der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg spezialisierten sich die technisch versierten Brüder Simon und Franz Lemmerz (im Bild links und Mitte, mit ihrem Bruder Johann, der in den 1920er Jahren die sehr erfolgreiche Räderfabrik Lemmerz gründete) auf die Herstellung von Unterhaltungs- und Spielautomaten. Alle neu entwickelten Automaten für Königswinter testeten sie zuerst in einer Bude am Eselsweg. Nach erfolgreichem „Probe­betrieb“ gingen sie dann in Serie. Einige der Lemmerz-Automaten sind in der Dauerausstellung des Siebengebirgsmuseums zu sehen.

Bild: Automat „Liebesthermometer“ 1950er Jahre

Neben Kraftmesser-Automaten waren Orakel- und Horoskop-Automaten sehr beliebt. Eine ihrer Varianten ist das heute noch existierende „Liebesthermometer“: Erst Geld einwerfen, dann Hand auflegen und schließlich ein Ergebnis ablesen, das Aufschluss über das gegenwärtige „Liebestemperament“ gibt.

Bild: „Paar-Orakel“ an der Godesburg um 1950

In der NS-Diktatur waren manche Automaten-Arten verpönt oder sogar verboten - besonders dann, wenn sie gegen die abstruse Rassenideologie verstießen. So kam es vor, dass NS-Parteigänger sogar in die Lagerhalle der Firma Lemmerz einbrachen und Geräte des Typs „Wahrsagerin“ in den Rhein warfen. Eine neue Blütezeit erlebten Kraftmesser und Automaten mit Orakeln und Liebeshoroskopen erst wieder in den 1950er Jahren.

arrowPraktische Hinweise

Das Siebengebirgsmuseum zeigt regelmäßig Kuriositäten und Besonderheiten der lokalen Tourismusgeschichte. Einige der Lemmerz-Automaten sind auch in der Dauerausstellung zu sehen. Siebengebirgsmuseum Königswinter, Kellerstraße 16
Di–Fr 14–17 Uhr, Sa 14–18 Uhr, Son 11-18 Uhr, montags geschlossen
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